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Technik für den Reifenwechsel

Beim saisonalen Autoreifenwechsel tauschen die Reifen häufig ihre Platz an den Achsen. Zwecks gleichmäßiger Abnutzung kommen die Vorderreifen nach hinten und umgekehrt. Doch das ist nicht zwangsläufig die beste Lösung.

Der theoretische Vorteil des Austauschs basiert auf der Tatsache, dass bei front- und heckgetriebenen Fahrzeugen die Reifen auf der Antriebsachse stärker abgenutzt werden als die der anderen Achse. Tauscht man die Räder nach einer Saison aus, entsteht ein vermeintlich gleichmäßiger Abrieb. Doch das ist nur Theorie. In der Praxis kann eine Gleichmäßigkeit nicht erreicht werden und die vier Pneus nutzen sich in der Regel unterschiedlich stark ab.

Um die so entstandenen Unregelmäßigkeiten möglichst gut erfassen zu können, gibt es mittlerweile moderne Mess- und Diagnoseverfahren für die Fachwerkstatt. Eine besonders genaue Diagnose erhält man beispielsweise mit dem WBE 4510 von Bosch. Diese elektronische Radwuchtmaschine misst nicht nur die üblichen Unwuchten. Das Gerät tastet mittels eines Lasersensors die Oberfläche des Reifens ab und zeigt am Ende, an welcher Stelle der Reifen wie stark abgenutzt ist. Auch Höhen und Tiefen im Oberflächenverlauf des Pneus kann das Gerät erfassen und speichern. Werden alle vier Reifen auf diese Weise gemessen, bestimmt am Ende die zu dem Gerät gehörende Software, welcher Reifen an welcher Stelle montiert werden soll, um die Unregelmäßigkeiten am besten auszugleichen und so den höchsten Komfort zu erzielen. Das Gerät ist für Felgendurchmesser von zehn bis 26 Zoll geeignet, die Reifenbreite muss zwischen einem und 20 Zoll liegen.

Generell müssen Werkstätten beim Reifenwechsel moderner Pneus immer mehr beachten. Niederquerschnittsreifen und Runflat-Pneus haben besonders steife Seitenwände, die nur unter großem Kraftaufwand oder mit einem modernen Montiergerät ab- oder aufgezogen werden können. Hat es der Mechaniker dabei zu eilig und lässt dem Gummi nicht genügend Zeit zum Warmwerden, kann der Reifen Schäden davon tragen. Noch komplizierter wird der Reifenwechsel durch Reifendrucksensoren, teure Alufelgen, die nicht beschädigt werden dürfen und Felgen mit einzelnen Speichen, die beim Auswuchten berücksichtigt werden müssen, damit das schöne Rad am Ende nicht von kleinen Klebegewichten verunstaltet wird. Doch auch für diese Probleme haben die Hersteller von Montiergeräten bereits Lösungen gefunden, die gegen entsprechendes Geld nicht nur das Material und die Optik schonen, sondern mit etwas Glück auch den Monteur.

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